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Frau mit Maske, die die Maske vor ihrem Gesicht hält. Symbolisiert die Themen ‚Persona Teil I und II‘.

Die Maske der Persona Teil I

Selbstentfremdung und die Suche nach dem wahren Selbst

Blog von Natascha Koller, Leiterin der DAKOTA Akademie und des Zentrums für Mindful Human Leadership sowie Mentorin.

Selbstentfremdung: Wenn wir die Verbindung zu uns selbst verlieren

Der Begriff „Persona“ stammt ursprünglich von der Maske des Schauspielers. Wir Menschen neigen dazu, Rollen anzunehmen, um den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen. Diese Rollen entstehen aus dem Bedürfnis, akzeptiert und anerkannt zu werden. Aus psychologischer Sicht ist das ganz normal, denn wir Menschen haben eine tiefe Sehnsucht nach Zugehörigkeit und gleichzeitig nach individueller Identität. Beide Aspekte sind für uns wichtig. Doch nur der Zugehörigkeit nachzulaufen, weil es uns am meisten Sicherheit gibt, kann dazu führen, dass wir uns am Ende selbst verlieren und gar nicht mehr wissen, wer wir wirklich sind. Es ist genauso bedeutend, auch einmal mit seiner eigenen Meinung alleine dazustehen oder gegen den Strom zu schwimmen, wenn es unserer inneren Wahrheit entspricht. Diese Balance zwischen Anpassung und Individualität ist entscheidend. Doch wenn wir uns zu sehr mit unseren Rollen identifizieren, verlieren wir den Zugang zu unserem wahren Selbst. Oscar Wilde drückte es treffend aus: „Die Menschen verlieren sich selbst, indem sie sich zu sehr mit ihrem Beruf identifizieren.“

Hast du schon einmal bemerkt, wie oft die Frage „Was machst du beruflich?“ in einem Gespräch gleich ganz am Anfang aufkommt? Diese Frage scheint für viele Menschen von grundlegender Bedeutung zu sein. Stell dir vor, du befindest dich in einer angenehmen Unterhaltung, findest viele Gemeinsamkeiten und fühlst dich wohl. Plötzlich wirst du nach deinem Beruf gefragt, und wenn du arbeitslos bist, könnte diese Frage deine Stimmung schlagartig ändern. Obwohl Arbeitslosigkeit keine Schande ist, wissen wir, dass diese Information oft negativ bewertet wird. So wertvoll und wichtig unser Beruf ist, spiegelt er doch nur eine Rolle wider. Egal, ob ich Unternehmer:in, Servicekraft oder Reinigungskraft bin – jede Rolle ist wichtig und muss getan werden. Selbst wenn ich arbeitslos bin, bleibt mein Wert als Mensch bestehen.

Wer bin ich? Was macht mich aus?

Diese Fragen begleiten uns durch das ganze Leben, oft ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. In der griechischen Mythologie gibt es das Tor mit der Inschrift „Erkenne dich selbst.“ Diese Aufforderung ist tiefgründig und zeitlos, denn die Auseinandersetzung mit unserer Herkunft führt uns auch zu unserem wahren Selbst. In der Biografiearbeit nutzen wir verschiedene Methoden, um diesen grundlegenden Fragen nachzugehen. Ein wesentlicher Aspekt ist das Ich-Modell, das uns hilft, unsere Wahrnehmung und unser Selbstbild zu verstehen. Das Ich-Modell betrachtet die verschiedenen Facetten unseres Selbst und wie sie miteinander interagieren.

Beispiel: Viele Menschen erkennen erst spät im Leben, dass sie sich nie wirklich gefragt haben, was ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche sind. Sie haben sich an die Erwartungen der Gesellschaft, Freunde und Familie angepasst und dabei ihr wahres Selbst vernachlässigt. Versteh mich nicht falsch, wir sind soziale Wesen und wir brauchen das Gefühl der Zugehörigkeit, aber nicht um jeden Preis. Es braucht eine Ausgewogenheit. Erschreckend ist die Entwicklung, dass junge Menschen sich oft nach unrealistischen Schönheitsidealen richten und alles daran setzen, diesen zu entsprechen, weil sie glauben, nur dann richtig zu sein, sich zugehörig und anerkannt zu fühlen – oft mit fatalen Folgen.

Die Konstruktion der Wirklichkeit: Unsere subjektive Welt

Wir leben in unserem eigenen Modell der Wirklichkeit, das unser Gehirn aus den aufgenommenen Informationen konstruiert. Diese Konstruktion entspricht jedoch oft nicht der tatsächlichen Realität. Es ist eine subjektive Welt, die wir erschaffen und in der wir uns selbst und unsere Umgebung wahrnehmen. Unsere Wahrnehmung der Welt ist wie ein Filter, der Informationen aufnimmt und interpretiert. Zwei Menschen können dieselbe Situation völlig unterschiedlich erleben und bewerten, basierend auf ihren eigenen Erfahrungen und inneren Modellen. Trotzdem gehen wir oft davon aus, dass unsere Meinung und unser Weltbild die einzig richtige Sichtweise ist und verbeißen uns in dieser Haltung. Dabei vergessen wir, dass jeder Mensch, jede Kultur, jedes Land seine eigenen Interessen und Bedürfnisse hat. Menschen am Äquator haben sicherlich andere Erfahrungen und Interessen bezüglich des Wetters als Menschen in polareren Regionen, doch keine dieser Perspektiven ist „besser“ oder „richtiger“ als die andere. Es ist einfach unterschiedlich, und darin liegt die spannende Vielfalt unserer Welt.

Wie können wir die Realität überprüfen?

Obwohl wir in einer subjektiven Realität leben, können wir dennoch versuchen, unsere Wirklichkeit zu überprüfen. Dies bedeutet, unsere Wahrnehmungen und Vorstellungen bewusst zu reflektieren und den Mut zu haben, unsere inneren Konstruktionen zu hinterfragen. Dies hilft uns, festgefahrene Denkmuster zu durchbrechen und neue Perspektiven zu gewinnen.

Beispiel: Indem wir uns selbst kritisch hinterfragen und unsere Wahrnehmungen mit anderen teilen, können wir ein klareres Bild der Realität entwickeln.

Ankündigung

Im zweiten Teil dieser Serie werden wir uns mit der Illusion des Erfolgs und dem Weg zur inneren Zufriedenheit beschäftigen. Bleib dran, um mehr darüber zu erfahren, wie wir unsere wahren Bedürfnisse erkennen und erfüllen können.

Seminarangebot: monatliche biografische Aufstellungsarbeit in der Praxiswerkstatt im Gusswerk

Die Grundlagen für unsere Balance zwischen Autonomie und Zugehörigkeit und unsere Fähigkeit, uns wahrzunehmen und zu uns zu stehen werden in unserer Kindheit im Kontakt mit unseren Bindungspersonen gelegt und dann in unserem Lebensalltag weiterentwickelt. Daher ist es wichtig, unsere Lebensgeschichte zu erkunden. Für alle, die tiefer in die Biografiearbeit einsteigen möchten, bieten wir regelmäßig Seminare und Ausbildungsangebote an.

Ausbildungslehrgänge, die dich interessieren könnten

Nähere Informationen erhältst du unter info@dakota-akademie.at.

Beispiel: Teilnehmer:innen berichten oft, dass sie durch die biografische Aufstellungsarbeit alte Muster und Blockaden erkennen und auflösen konnten, was ihnen half, ein authentischeres und erfüllteres Leben zu führen.

Veranstaltungsdetails und Anmeldung

Entdecke unsere nächsten Termine und erfahre mehr über die Möglichkeiten von Meditations-Retreats und Selbsterfahrung. Besuche unsere Webseite für weitere Informationen und zur Anmeldung.


team dakota Natascha Koller
Über den:die Autor:in

Natascha Koller

Gründerin und Leiterin des DAKOTA Instituts und der DAKOTA Akademie, Paarcoach und Sexualberaterin, Mediatorin, Supervisorin, Ausbildnerin für Lebens- und Sozialberatung, Lehrtrainerin in Kommunikations- und Konfliktmanagement sowie Trainerin für Stressmanagement und Burn-out-Prävention, zertifizierte Erwachsenenbildnerin (wba) | Natascha Koller arbeitet seit vielen Jahren als Paarcoach und Sexualberaterin und ist spezialisiert auf die Unterstützung von Paaren in Krisensituationen sowie die Begleitung in Fragen der sexuellen Gesundheit. Sie kombiniert ihr tiefes Wissen in systemischer Beratung mit umfassender praktischer Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Neben ihrer Praxis in Salzburg ist sie auch als Ausbildnerin und Lehrtrainerin tätig und gibt ihre Expertise in verschiedenen Weiterbildungsprogrammen weiter.